Der Tag, an dem ich aufhörte, perfekt zu sein

Was bleibt, wenn man aufhört zu wollen

Es gibt einen Moment, den die meisten kennen. Man schaut auf den Kalender, auf die To-do Liste, auf das eigene Leben und merkt plötzlich: Irgendwann ist das hier komplizierter geworden als es sein müsste.

Nicht dramatisch. Nicht falsch. Nur schwerer als nötig.

Ich habe Jahre gebraucht um zu verstehen, dass Einfachheit kein Zustand ist den man einmal erreicht. Sie ist eine Frage, die man sich immer wieder neu stellen darf. Was davon trägt mich wirklich? Und was trage ich nur noch aus Gewohnheit?

Bei mir hat sich das im Alltag sehr konkret gezeigt. Es gibt einen Moment vor jedem Livestream, den ich früher sehr ernst genommen habe. Die Haare mussten sitzen, als würde gleich eine Jury vorbeischauen. Heute mache ich mir die Haare oft gar nicht mehr zurecht. Sogar mit nassen Haaren geht es überraschend gut. Bisher hat es niemand für nötig gehalten, sich darüber im Chat zu beschweren.

Das klingt nach einer Kleinigkeit. Aber solche Kleinigkeiten zeigen genau, wo man sich noch verbiegt oder eben auch nicht.

Manchmal schleicht sich die Kompliziertheit wieder ein. Meist genau dann, wenn ein neues Projekt beginnt und ich innerlich schon wieder Listen schreibe, die niemand von mir verlangt hat. Die Dominosteine fallen dann längst nicht mehr. Aber die Reflexe, die sie hinterlassen haben, melden sich trotzdem.

Einfachheit ist kein Zustand den man einmal erreicht und dann behält. Sie wiederholt sich, nur meistens kleiner. Mit nassen Haaren statt mit nichts.

Vielleicht kennst Du das auch. Diese Momente, in denen plötzlich wieder alles kompliziert wird, obwohl nichts Grosses passiert ist. Und die Frage, die dann bleibt: Wo findet man das Einfache eigentlich wieder?

Am 13. September verbringe ich einen ganzen Tag mit genau diesem Thema, gemeinsam mit Saint Germain, mit Bewegung und mit Menschen, die sich ebenfalls fragen, was in ihrem Leben einfacher werden dürfte. Kein Vortrag, kein Abhaken, ein geführter Prozess zurück zu dem, was wirklich trägt.

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